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descriptionFrau fasst sich an den Hals.
Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen kennzeichnen das Fibromyalgiesyndrom. Zur Entstehung der Krankheit gibt es bisher nur Theorien.
descriptionFrau liegt im Bett und hält einen Wecker.
Das Fibromyalgiesyndrom kann neben Schmerzen auch andere Symptome wie Schlafstörungen auslösen. Das macht die Diagnostik schwierig.
descriptionRadfahrer
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad des Fibromyalgiesyndroms. Bei leichten Formen ist regelmäßige Bewegung oft schon ausreichend.
descriptionTabletten fallen aus der Dose.
Multimodale Therapien, Psychotherapie und Medikamente: Bei schweren Formen der Fibromyalgie sind meist weitere therapeutische Maßnahmen nötig.
descriptionFrau macht Wäsche.
Das Fibromyalgiesyndrom ist nicht heilbar. Deshalb müssen die Betroffenen lernen, im Alltag so gut wie möglich mit ihrer Erkrankung zu leben.
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Weitere Therapiemaßnahmen bei schweren Verläufen

Neben einer Patientenschulung und Bewegung sind bei schweren Verlaufsformen des Fibromyalgiesyndroms meist noch weitere Therapiemaßnahmen nötig. Eingesetzt werden können beispielsweise multimodale Therapien, Psychotherapie oder Medikamente.


Im Überblick



Multimodale Therapie

In der Literatur zum Fibromyalgiesyndrom versteht man unter multimodaler Therapie die Kombination mindestens eines aktivierenden Verfahrens (zum Beispiel Bewegungstherapie) mit mindestens einem psychotherapeutischen Verfahren (zum Beispiel Verhaltenstherapie). Eingesetzt werden können beispielsweise: Verhaltenstherapie, spezielle Physiotherapie, Entspannungsverfahren, Ergotherapie, Bewegungstherapie, Arbeitsplatztraining oder Kunst- und Musiktherapie.

Eine solche Kombination verschiedener Verfahren ist sehr wirksam beim Fibromyalgiesyndrom, kann die Schmerzen und die Müdigkeit lindern sowie die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.
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Psychotherapie

Psychotherapeutische Verfahren können beim Fibromyalgiesyndrom alleine eingesetzt werden. Effektiver ist es jedoch, wenn sie – wie bereits unter multimodale Therapien beschrieben – mit Bewegung kombiniert werden.

Eine wirksame Methode scheint die kognitive Verhaltenstherapie zu sein. Bei dieser Form der Psychotherapie lernen die Betroffenen mit ihrer Erkrankung und ihren Schmerzen umzugehen. Sie identifizieren gemeinsam mit dem Therapeuten ungünstige Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen im Bezug auf ihre Symptome und üben, diese durch positive zu ersetzten.

Zur Verhaltenstherapie gehört es auch, Entspannungsverfahren zu erlernen. Das können beispielsweise die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training oder Atemtechniken sein.

Ebenfalls beim Fibromyalgiesyndrom eingesetzt werden Hypnose und geleitete Imagination. Sie können das allgemeine Befinden verbessern und damit auch die Schmerzen lindern. Diese Verfahren können, nachdem sie mithilfe eines Therapeuten erlernt wurden, meist alleine durchgeführt werden. Dabei helfen beispielsweise CDs mit speziellen Texten und Musik.
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Medikamentöse Therapie

In Deutschland gibt es kein Medikament das für die Behandlung des Fibromyalgiesyndroms zugelassen ist. Off label (das bedeutet, dass ein Medikament nicht speziell für diese Erkrankung zugelassen ist, aber häufig – im Rahmen der Leitlinien – angewandt wird) werden Antidepressiva eingesetzt – vor allem wenn depressive Verstimmungen oder Angststörungen als Begleitsymptome vorkommen. Auch das Antikonvulsivum Pregabalin kommt auf diese Weise zum Einsatz.

Antidepressiva
Viele Fibromyalgiesyndrompatienten sind skeptisch, was die Einnahme von Antidepressiva angeht. Leiden sie doch vorrangig unter Schmerzen. Jedoch können Antidepressiva sich in vielen Fällen auch positiv auf die Schmerzen, die Müdigkeit und die Schlafstörungen auswirken – vor allem wenn zusätzlich depressive Störungen oder Angststörungen als Begleitsymptome auftreten.

Empfohlen werden beim Fibromyalgiesyndrom trizyklische Antidepressiva wie beispielsweise Amitriptylin oder der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin. Beide sind nicht für die Therapie des FMS zugelassen, jedoch bei depressiven Störungen und Angststörungen beziehungsweise zur Behandlung von chronischen Schmerzen. Die meisten Wirksamkeitsnachweise gibt es für Amitriptylin.

Kann Amitriptylin nicht eingesetzt werden oder wirkt es nicht ausreichend, kann auch die Therapie mit Duloxetin erwogen werden. Ebenfalls möglich ist der Einsatz von weiteren Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) wie Fluoxetin oder Paroxetin.

Alle Antidepressiva sollten Patienten jedoch nur zeitlich begrenzt einnehmen und können Nebenwirkungen auslösen.
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Pregabalin
Wenn das Mittel der ersten Wahl, Amitriptylin, keine Wirkung zeigte oder nicht eingesetzt werden konnte, kann eine Therapie mit Pregabalin erwogen werden. Das ist ein Mittel, das gegen epileptische Anfälle und Nervenschmerzen wirkt. Es kann beim Fibromyalgiesyndrom die Schmerzen und die Schlafstörungen reduzieren. Auch dieses Mittel ist eigentlich nicht für die Behandlung des FMS zugelassen und darf nur dann verschrieben werden, wenn eine begründete Aussicht besteht, dass die Therapie erfolgreich sein kann.

Nicht empfohlene Mittel

Für andere Psychopharmaka wie Tranquilizer (Angstlöser), Schlafmittel oder Neuroleptika gibt es keine Wirksamkeitsnachweise beim Fibromyalgiesyndrom. Wegen ihrer zum Teil erheblichen Nebenwirkungen sollten diese Medikamente deshalb nicht eingesetzt werden. Auch Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol scheinen die Schmerzen beim Fibromyalgiesyndrom nicht lindern zu können.
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Yogamatten
© Thinkstock
Multimodale Therapie: Sehr wirksam beim Fibromyalgiesyndrom ist eine multimodale Therapie. Dabei wird neben Bewegung auch mindestens ein psychotherapeutisches Verfahren eingesetzt.
Frau liegt auf dem Boden.
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Entspannungsverfahren: Sinnvoll beim Fibromyalgiesyndrom und Teil der Verhaltenstherapie ist es, Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson zu erlernen.
Hände halten Tablettenpackung.
© Thinkstock
Medikamentöse Therapie: Es gibt keine Medikamente, die speziell gegen das Fibromyalgiesyndrom eingesetzt werden. Wirksam zeigen sich jedoch bestimmte Antidepressiva.